Auf Intitiative des Projekts ‚Hub 45 – Neue Orte des digitalen Arbeitens‘, das sich zum Ziel gesetzt hat, Coworking-Netzwerke in Südwestfalen aufzubauen, fand eine Exkursion nach Berlin und Brandenburg Mitte März statt. Dezentrales Arbeiten ist auch im Rahmen der REGIONALE 2025 ein wichtiges Thema. Die Exkursion sollte den Teilnehmenden Inspirationen und Eindrücke aufzeigen, um das Thema Neues Arbeiten und Leben auch in Südwestfalen weiterentwickeln zu können.
Den Auftakt der Exkursion führte die Teilnehmenden zunächst zu den Anfängen des Coworkings, in den Coworking Space ‚b-Part/ St. Oberholz‘ am Berliner Gleisdreieck. Coworking-Pionier Ansgar Oberholz zeigte der Gruppe vor Ort ’seine‘ Ansichten und Erfahrungen rund um das Thema Remote-Work und Coworking. Er gilt als Begründer des Coworkings in Berlin. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema, gilt als Experte zum Thema und betreibt mehrere St. Oberholz-Coworking Spaces in der Hauptstadt. In München befindet sich ein erstes St. Oberholz-Coworking Space im Aufbau.
Was zunächst in Berlin als willkommene Abwechslung für Kreativschaffende begann, wird außerhalb Berlins mittlerweile sehr unterschiedlich gelebt. Tag zwei der Exkursion führte zu Coworking-Projekten in Brandenburg: dem ‚Exile Media Hub‘ in Schmerwitz, wo internationale Medienschaffende einen Ort zum Leben und Arbeiten finden. Das Projekt gestaltet sich aufgrund von Visums- und Aufenthaltsrestriktionen nicht einfach, und erfordert viel Herzblut und Fingerspitzengefühl. Die Tour führte die Gruppe dann zum ehemaligen Waldhotel ‚Alte Hölle‘ in Wiesenburg. Das Projekt wird von einem Verein aus 60 Freunden getragen und ist als Seminar- und Festivalort auch von großen Gruppen nutzbar.
Bürgermeister Marco Beckendorf führte die Gruppe durch den idyllischen Ort Wiesenburg, der inmitten des Naturparks Hoher Fläming liegt. Neue Lebens- und Arbeitsformen sind ein großes Thema für den kleinen Ort, dessen Zentrum das Schloss Wiesenburg und ein beeindruckender Schlosspark markiert. Die Gemeinde unterstützt sehr engagiert die Coworking-Schaffenden der Region und es wurde deutlich, wie wertvoll neue Orte zum Leben und Arbeiten für die Region Mark/Brandenburg sind. Ebenso zeigte Marco Beckendorf, wie seine Gemeinde mit dem Kauf verfallener Industriegebäude dem Leerstand begegnet: Durch gute Konzepte und Planung kann der Leerstand kontrolliert wieder zum Leben erweckt werden.
Ein mit viel Herzblut und Kreativität umgebauter, alter Gutshof in Klein-Glien/Brandenburg, beherbergt das ‚Coconat Workation Retreat‘. Hier buchen sich einzelne Digitalschaffende oder auch Teams für einen längeren Zeitraum ein. Man kann in einem umgebauten Bahnwagon arbeiten, in der Werkstatt kreativ sein oder auch im Schwimmteich entspannen. Mitgründer Janosch Dittrich hat sich mit dem Coconat einen Traum verwirklicht und zeigte der Gruppe sein Projekt. Viele seiner kreativen Ideen konnte er vor Ort bereits umsetzen, weitere sollen folgen.
Zwei weitere Orte am letzten Tag der Exkursion machten einmal mehr deutlich, wie wichtig Visionen sind, und dass sich Mut und Kreativität der Gründungspersonen auszahlen. Der Dorfplatz Waldschänke war einmal eine ehemalige Gaststätte. Der Gründer Adrian Schefer hat mit einem engagierten Team dort einen Ort geschaffen, wo Menschen aller Altersgruppen zusammen -kommen, um zu arbeiten und zu feiern und zum Verweilen. Es gibt Büros, eine Eisdiele, ein Café und es finden Tauschpartys statt. Der Ort belebt zugleich den Ortsmitte: er ist beliebter Treffpunkt für die Nachbarschaft.
Letztes Ziel der Exkursion das Görzwerk im Berliner Stadtteil Steglitz-Zehlendorf. Ein imposanter, denkmalgeschützter Industriebau von 1915 wird seit 2015 als Ort des modernen Arbeitens betrieben und stets weiterentwickelt. Auf insgesamt 30.000 qm befinden sich Lofts, Ateliers, Büros und Showrooms aber auch Lagerräume in unterschiedlicher Größe. Unternehmer:innen können möglichst passgenau und sich ihren Bedürfnissen entsprechend vergrößern oder verkleinern. Auch Sozialunternehmen finden hier Platz und produzieren Kaffee, Gewürze und vieles mehr. Community-Events und ein aktives Netzwerk der „Görzwerker“ prägen das Projekt.
Mit vielen neuen Eindrücken ausgestattet, endete die Exkursion für die Teilnehmenden, die mit den gewonnenen Impulsen das Thema Coworking in Südwestfalen weiterentwickelt können.