An dieser Webseite wird aktuell noch gearbeitet. Vielen Dank für Ihr Verständnis

Netzwerkveranstaltung Mobilität und lebenswerte Ortsmitten

18. November 2025

Mobilität – Netzwerkveranstaltung für lebenswerte Quartiere und Ortsmitten

Iserlohn / Südwestfalen. 18. November 2025

Ortsmitten erfüllen wichtige Funktionen für ein Dorf oder eine Stadt. Sie liegen zentral und sind sozialer Mittelpunkt. Um so wichtiger ist es auch, sie gut und nachhaltig zu erreichen und gestalten. Auf Einladung der Südwestfalen Agentur kamen nun im Rahmen der Arbeiten mit der Mobilitätsstrategie über 20 Teilnehmende zu einer Netzwerkveranstaltung in Iserlohn zusammen, um über Herausforderungen zu sprechen und gute Beispiele kennenzulernen.

Seit 2023 hat Südwestfalen eine eigene Mobilitätsstrategie. Darin sind auch fünf große Aktionsfelder aufgeführt, in der die Region aktiv sein kann und will. Das Zusammenspiel von lebendigen Stadt- und Dorfmitten und Mobilität zählt dazu. Dabei geht es nicht nur darum, den Verkehr kluge zu lenken, sondern auch Aspekte wie Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität einzubeziehen.

Dr. Michael Frehn von der Planersocietät, die die Region Südwestfalen bei der Erstellung der Mobilitätsstrategie begleitet hat, blickte nach Baden-Württemberg. Dort hat sich das Land zum Ziel gesetzt, bis 2030 Verbesserungen in bis zu 500 Ortsmitten anzustoßen – darunter kleine Ortschaften, als auch größere Städte. Mehrere Prozesse hat auch die Planersocietät begleitet. Um Akzeptanz vor Ort zu schaffen, ist es demnach wichtig, unterschiedliche Formate (Workshops, Online-Dialoge, Begehungen etc.) zu nutzen. Veränderten sich die Verkehrsführungen sei es hilfreich, unterschiedliche Optionen visuell aufzubereiten oder auch in Testphasen einzelne Maßnahmen zeitlich begrenzt einmal auszuprobieren.

Diskussion beim Netzwerktreffen in Iserlohn
In Arbeitsgruppen wurde zu einzelnen Aspekten des Themas diskutiert: u. a. das Thema Verkehrsberuhigung und Ortsmittengestaltung. (Foto: Stephan Müller / Südwestfalen Agentur)
Zweite Arbeitsgruppe beim Netzwerktreffen in Iserlohn
Wie Flächen multifunktional genutzt und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöht werden kann, wurde in der zweiten Arbeitsgruppe diskutiert. (Foto: Stephan Müller / Südwestfalen Agentur)

Auf Einladung der Südwestfalen Agentur und der Planersocietät war auch Jacqueline Thate, geschäftsführende Gesellschafterin vom Büro Pesch & Partner, nach Iserlohn ins KAI gekommen. Sie war in mehreren Mobilitätsprozessen in Baden-Württemberg aktiv, aber auch schon in Südwestfalen. Als gutes Beispiel diente die Gemeinde Welver.

In Welver im Kreis Soest gab es das Problem, dass rund um den Marktplatz die Verkehrsführung nicht eindeutig war, viele Oberflächen zudem versiegelt und schlecht befahrbar waren – und Autos wild parkten. Um dies zu ändern, hat die Gemeinde frühzeitig die Menschen vor Ort beteiligt – analog wie digital. Alle Bürger:innen wurden angeschrieben und konnten sich einbringen, um zu sagen, was ihnen wichtig ist. 500 Flyer (!) wurden an die Gemeinde gesendet, zudem gab es weitere 200 Einträge auf einer begleitenden Website. Das Ergebnis nach intensiver Planung: Der Verkehr ist eindeutig geregelt, der Marktplatz an sich autofrei, am Rand gibt es klar gekennzeichnete Parkplätze, aber auch Bäume und Spielgeräte für Kinder.

Bei der Veranstaltung in Iserlohn ging es schließlich In einer Arbeitsphase um Verkehrsberuhigung und Ortsmittengestaltung und auch darum, wie Flächen multifunktional genutzt und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöht werden kann.

Dabei wurde deutlich:

  • Politik und Öffentlichkeit müssen früh und kontinuierlich einbezogen werden – mit unterschiedlichen Beteiligungsangeboten, um möglichst viele Interessens- und Altersgruppen zu erreichen.
  • Eine gute Kommunikation ist wichtig, um die unterschiedlichen Interessen Gehör zu schenken.
  • Gute Beispiele und Referenzbilder helfen dabei, mögliche Veränderungen sichtbar zu machen.
  • In den Kommunen gibt es einen großen Förderbedarf. Einerseits, um Planungsleistungen durchzuführen, aber eben auch um Maßnahmen umzusetzen.
Gruppenbild vom Netzwerktreffen vor dem Gebäude KAI in Iserlohn