Quelle: Wald und Holz NRW / PK-Media Consulting
Dr. Lukas Emmerich
Clustermanager I.D. Holz e.V.
Tel: 0171 / 5872 522
E-Mail: lukas.emmerich@id-holz-nrw.de
Frauke Fenge
Projektleiterin Kreislaufgerechtes Bauen mit Holz / I.D. Holz e.V.
Tel: 0170 / 5480 865
E-Mail: frauke.fenge@id-holz-nrw.de
Südwestfalen wird Modellregion für kreislaufgerechtes „Bauen mit Holz“
Ein immer größer werdendes Netzwerk rund um den Informations- und Demonstrationszentrums Holz e.V. in Olsberg möchte das Wissen und die Kompetenz in der Region für kreislaufgerechtes Bauen nutzen – in Industrie- und Gewerbe ebenso wie bei öffentlichen privaten Bauten. Das Projekt bildet einen wichtigen Baustein im Bestreben Südwestfalens, über sich ergänzende Vorhaben nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen in der Region zu verankern.
Die Forst- und Holzwirtschaft ist eine der Kernbranchen der Region. Sie deckt die komplette Wertschöpfungskette ab – von der nachhaltigen Forstwirtschaft über die Be- und Verarbeitung hin zu fertigen Produkten. In Olsberg besteht bereits ein landesweit bedeutsamer Knotenpunkt der Holz- und Forstwirtschaft. Hier ist das Zentrum HOLZ mit seinem Informations- und Demonstrationszentrum angesiedelt und auch die neue Cluster-Initiative des Landes NRW proHolz.NRW. Dieses Know-how will die Region nutzen und Südwestfalen als Modellregion für das „kreislaufgerechte Bauen mit Holz“ entwickeln und etablieren. Viele Partnerorganisationen aus Handwerk, Kommunen, Forschung, Bildungseinrichtungen, Verbänden und Unternehmen unterstützen dabei.
Kreislaufgerechtes Bauen heißt, Werkstoffe und Produkte zu reparieren, wiederzuverwerten oder zu recyclen und so eine möglichst lange Nutzung zu garantieren.
Dreh- und Angelpunkt für das Projekt ist das Zentrum HOLZ in Olsberg. Hier sollen die Weichen für die nachhaltige und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft im Holzbau gestellt werden. Dafür lernen die Projektverantwortlichen aus dem Bestand in einem Reallabor für den Neubau. An einer Holzbaukonstruktionen – zum Beispiel ein Dachstuhlelement – soll praktisch erlernt und trainiert werden, wie ein zerstörungsarmer Rückbau gelingen kann und wie die rückgebauten Materialen dem Kreislauf zugeführt und in einem Demonstrator verbaut werden können. Die Verantwortlichen wollen aus den gewonnenen Erkenntnissen vermitteln, wie künftig schon in der Planung und Konstruktion die Wiederverwertung des Werkstoffes Holz mitgedacht werden kann und was dabei zu beachten ist.
Die Bauwirtschaft zählt zu den größten Verursachern von Abfällen sowie CO₂-Emissionen und bietet enormes Potenzial zur Eindämmung des Klimawandels. Ziel des Projektes ist es, aus dem Gebäudebestand zu lernen, kreislaufgerechtes Bauen mit Holz zu entwickeln und zu fördern sowie neue Wertschöpfungsketten zu etablieren. So leistet das Projekt einen Beitrag zu einem ökologischeren, wirtschaftlicheren und nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen und stärkt zugleich die Wirtschaftsregion Südwestfalen. Trotz Hürden bei Wirtschaftlichkeit, rechtlichen Rahmenbedingungen und fehlender Erfahrung zeigt das große Interesse der Akteur:innen und der Austausch, dass diese im gemeinsamen Dialog überwindbar sind.
Frauke Fenge, Projektleiterin „Kreislaufgerechtes Bauen mit Holz“
Bereits 2019 wurde der Grundstein für das Projekt gelegt und in der Folge in verschiedenen Workshops im Rahmen der REGIONALE 2025 konkretisiert. Das Vorhaben richtet sich sowohl an Hersteller von Holzbauprodukten, Holzbauunternehmen, Architekt:innen, Fachplanende, Ausbildungsstätten des Handwerks, öffentliche und private Bauentscheider sowie weitere Prozessbeteiligte. Gemeinsam soll das Projekt so künftig zum kreislauffähigen Bauen und Planen befähigen.

Aus dem Reallabor wollen die Projektverantwortlichen konkrete Maßnahmen für ein kreislaufgerechtes Bauen mit Holz ableiten und nachhaltig in der gesamten Branche etablieren. Dafür wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Wald- und Forstwirtschaft über die Holzverarbeitung bis hin zur Planung und der Baubranche in den Blick genommen. Angesprochen sind Hersteller von Holzbauprodukten, Unternehmen des Holzbaus, Architekten und Fachplaner sowie öffentliche und private Bauentscheider, damit sie künftig kreislauffähig bauen und planen können.
Durch diesen ganzheitlichen Ansatz kann Südwestfalen eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige Zukunft der Baubranche übernehmen. Die Innovationen und Lösungen, die im Projekt geschaffen werden, sollen so aufbereitet werden, dass sie auch auf andere Regionen übertragen werden können.

Das Projekt „Kreislaufgerechtes Bauen mit Holz“ wird mit etwa 482.000 Euro aus Mitteln des Landes NRW und des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) über den Aufruf „REGIONALE Südwestfalen – Projekte für eine digitale, nachhaltige und authentische Zukunft in Südwestfalen“ gefördert. Das Projekt befindet sich seit Ende 2025 in der Umsetzung.
Hintergrund: Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen stehen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität und Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen.



Mit der Übergabe des Förderbescheids startet das REGIONALE-Projekt in die Umsetzung.