In Siegen soll die Natur in all ihren Facetten mit digitaler Hilfe neu erlebbar werden.
Quelle: Jan Marc Heitze
Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras
Leiterin Biologische Station Siegen-Wittgenstein
Tel.: 02732/767734-3
Neue Wege in der Umweltbildung – Naturphänomene werden digital erlebbar
Was passiert alles in einem Wald? Wo leben welche Tiere und wie verändern sich Bäume imLaufe des Jahres? Genau mit solchen Fragen beschäftigt sich die Biologische Station Siegen-Wittgenstein mit ihren Partnern im Projekt „Natur digital begreifen„. Auf spielerische Art und Weise wird digital erlebbar, was man mit bloßem Auge erst einmal nicht sehen kann.
Um hinter die Kulissen der Natur schauen zu können, sind im Erlebniswald Historischer Tiergarten in Siegen Sensoren, Messgeräte, Mikros und Kameras angebracht worden. Sie sammeln Daten und Informationen, die auf einer frei zugänglichen Webseite gebündelt und ausgewertet werden. Am Rechner können Interessierte so zum Beispiel in die Höhle eines Spechtes schauen oder Fledermäuse beobachten.
Die installierten Mikrofone nehmen Vogelstimmen auf – eine Software bestimmt die Arten. So erfahren die Leute, welche Arten im Tiergarten in Siegen vorkommen und wie sie klingen. Das soll dabei helfen beim Spaziergang Geräusche im Wald bewusster wahrzunehmen.
Mit unserem Projekt wollen wir bei den Menschen das Interesse wecken, mit offenen Augen und Ohren durch die Natur zu gehen. Damit es auch passiert, bieten wir zusätzliche Module an, also zum Beispiel Führungen, Exkursionen oder auch Geocaching, bei dem Waldgäste mit ihrem Smartphone Rätsel lösen und so im Tiergarten von einer Station zur anderen geleitet werden.
Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras, Leiterin der Biologischen Station
Was bislang im Verborgenen geschieht, soll so sichtbar gemacht und verständlich erklärt werden. Sensoren helfen beispielsweise dabei zu verstehen, wie es den Bäumen geht. Sie messen den Wasserfluss und erkennen Anzeichen von Stress und machen deutlich, was trockene Sommer oder Winter für den Baum bedeuten. Für Kinder bereiten dies die Projektverantwortlichen auf der Website anders auf als für Erwachsene. Ergänzend wurden Führungen, Exkursionen
und Biochaching-Touren angeboten.
Was in Siegen ausprobiert wurde, ist modellhaft für Südwestfalen. Es könnte auf andere Naturbereiche – etwa Gewässer – und auch andere Orte übertragen werden.

Das Projekt der REGIONALE 2025 wird mit 144.000 Euro von der NRW-Stiftung gefördert. Mit insgesamt weiteren 23.500 Euro unterstützen das Vorhaben der Naturschutzbund NABU, die Sparkasse Siegen sowie die Bürgerstiftung Siegen und die Rolf H. Brunswig Stiftung für Klima, Umwelt und Natur.



Feierliche Eröffnung im Erlebniswald historischer Tiergarten Siegen
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